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Austria Now News – Wien
Volksanwalt Bernhard Achitz hat einen akuten Mangel an Therapieplätzen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung in Wien kritisiert. Laut Fachleuten erhalte nur eines von 5 Kindern die passende therapeutische Unterstützung, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Presseaussendung der Volksanwaltschaft.
Familie sucht vergeblich nach Therapieplatz
In der Aussendung wird der Fall eines 4-jährigen Kindes geschildert, das an einer kombinierten Entwicklungsstörung und frühkindlichem Autismus leidet. Seine Eltern bemühen sich seit Längerem um einen von den Krankenkassen bezahlten Therapieplatz, insbesondere für Ergotherapie und Logopädie – bisher ohne Erfolg.
Laut Aussendung gibt es in Wien nur ein einziges spezialisiertes Therapiezentrum, nämlich das Ambulatorium der VKKJ im Sonnwendviertel im 10. Bezirk. Dieses nimmt derzeit keine neuen Patientinnen und Patienten auf und akzeptiert bei freien Plätzen nur Kinder aus dem 3., 4. und 10. Bezirk.
Verantwortung wird hin- und hergeschoben
Achitz wandte sich in der Sache an die Stadt Wien sowie an die Krankenversicherungsträger ÖGK und BVAEB. Laut Aussendung ist beiden Seiten das Problem bewusst, doch jede sieht die Hauptverantwortung bei der anderen. Die Stadt Wien ist bereit, sich an der Finanzierung zu beteiligen, wenn die Kassen Ambulatorien errichten. Die Kassen verweisen hingegen auf Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden mit Kassenvertrag, räumen aber ein, dass nur wenige zu einem Vertrag bereit sind.
Achitz sagte: Die betroffenen Kinder haben ein Recht auf einen Therapieplatz, doch Länder und Krankenkassen tun zu wenig. Er fügte hinzu, dass dies auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorschreibe. Wenn sich nicht genügend Therapeutinnen und Therapeuten finden ließen, müsse man womöglich deren Bezahlung überdenken.
Achitz hatte den Fall auch in der ORF-Sendung Bürgeranwalt am 31. Oktober thematisiert.
Familien mit ähnlichen Problemen mit Behörden können sich über die Website volksanwaltschaft.at an die Volksanwaltschaft wenden. Bei allen therapeutischen Fragen bleibt die Beratung durch eine Fachärztin bzw. einen Facharzt der erste Schritt.
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Symbolbild
Quellen
APA-OTS, Volksanwalt Achitz: Nur 1 von 5 betroffenen Kindern bekommt Platz in Autismus-Therapiezentrum, 01.11.2026, Link zur Meldung




